Poren-formende Toxine (PFT) zählen zu den wichtigsten krankheitsauslösenden Faktoren von Bakterien. Lange bekannt ist, dass durch PFT in höheren Konzentrationen Blutzellen, aber auch andere Zelltypen zerstört werden (Hämo- oder Zytolyse). Im Gegensatz dazu führen sublytische Konzentrationen, die zu Beginn einer Infektion oder aus lokalen Bakterienherden entstehen können, zu einer Vielzahl anderer zellulärer Reaktionen, die dem Krankheitserreger nützen oder aber auch dem Organismus helfen können zu überleben. Unter anderem werden zelleigene Signalwege induziert, die im Zusammenhang mit programmiertem Zelltod (Apoptose), Entzündung (Inflammation) oder auch Zellwachstum und Differenzierung (Proliferation) stehen. Eine wichtige Rolle scheinen dabei PFT-induzierte Ca2+-Signale zu spielen. Allerdings steht die Aufklärung der Mechanismen dieser Ca2+-induzierten Signale und ihr Beitrag zur Nicht-Immunzell vermittelten Abwehr solcher Krankheitserreger noch am Anfang. Ziel unserer Arbeitsgruppe ist herauszufinden, wie Zellen PFT-induzierte Ca2+-Signale molekular interpretieren. Hierzu werden in methodisch miteinander vernetzten Ansätzen die Kopplung der PFT an intrazelluläre Signalnetzwerke und an die beteiligten Effektormoleküle charakterisiert bzw. identifiziert, sowie PFT-induzierte genregulatorische Vorgänge und die Mechanismen der Ca2+-induzierten Apoptose untersucht. Ein besseres Verständnis dieser Signalwege könnte helfen, neue Strategien bei der Behandlung bakterieller Infektionen zu entwickeln oder sogar Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Medikamente liefern, die den Auswirkungen der Infektion schon im Ansatz entgegenwirken. Mehr Details ....