Ziele der Gesellschaft

 

Die Deutsche Gesellschaft für Andrologie (DGA) wurde am 13. September 1975 in Hamburg gegründet. Gründungspräsident war Prof. Dr. C. Schirren. Die DGA hat heute 374 Mitglieder.

Die DGA ist eine interdisziplinäre wissenschaftlich-medizinische Gesellschaft mit dem Ziel, die Andrologie sowohl als Forschungsgebiet als auch als klinisches Fach zu stärken, zu fördern und weiter zu entwickeln. Die DGA vertritt die Interessen aller mit andrologischen Fragestellungen befassten Fachgruppen. Andrologie umfasst die Physiologie und Pathologie der männlichen Fortpflanzungsfunktionen, sexualmedizinische und endokrinologische Aspekte, die Kontrazeption auf Seiten des Mannes und die Problematik des alternden Mannes in Grundlagenforschung und Klinik.

Folgende Schwerpunkte lassen sich zusammenfassen:
- Störungen der Zeugungsfähigkeit des Mannes (Infertilität)
- Störungen der endokrinen Hodenfunktion (Hypogonadismus)
- erektile Dysfunktion
- männliche Kontrazeption
- der alternde Mann (männliche Seneszenz).

Die Andrologie ist offen für Kooperationen mit sämtlichen anderen Fachgebieten und sieht sich insbesondere als gleichwertiger reproduktionsmedizinischer Partner der Gynäkologie bei der Betreuung des kinderlosen Paares.

Entsprechend den Statuten der Gesellschaft vertritt die DGA die Interessen der Andrologie auf den Gebieten der wissenschaftlichen Arbeit, Fortbildung, Qualitätssicherung und Standespolitik gegenüber Behörden und Institutionen. Dazu trägt ihre Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und im Dachverband Reproduktionsmedizin und -biologie (DVR) bei. Die Gesellschaft kooperiert mit nationalen Gesellschaften in anderen Ländern und arbeitet eng mit der International Society of Andrology (ISA) zusammen, deren Ziele sie unterstützt. Auf europäischer Ebene unterstützt sie die Ziele der European Academy of Andrology (EAA) und ist entsprechend ihrer geographischen Lokalisation insbesondere an Kontakten zu osteuropäischen Staaten interessiert.

Wissenschaftliches und politisches Anliegen der DGA ist es, die Kompetenz des Fachgebiets Andrologie zu stärken und seine Fachinhalte zu etablieren. Dazu gehören in erster Linie regelmäßige wissenschaftliche Tagungen und Symposien sowie Fortbildungsveranstaltungen. Das Qualitätssicherungsprogramm der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (QuaDeGA) liefert durch externe Qualitätskontrolle einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung im Andrologie-Labor.

Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft waren in den letzten Jahren Stellungnahmen und Resolutionen zu ethischen und juristischen Fragen der Andrologie, zu dem in Diskussion befindlichen Fortpflanzungsmedizin-Gesetz, zu Richtlinien der Bundesärztekammer im Hinblick auf reproduktionsmedizinische Fragestellungen, zu Beschlüssen der Bundes-KV in Hinblick auf die Kostenerstattung. Regelmäßig werden Mitteilungen der Gesellschaft in den Zeitschriften JOURNAL FÜR REPRODUKTIONSMEDIZIN UND ENDOKRINOLOGIE und ANDROLOGIA veröffentlicht, die die offiziellen Organe der DGA sind. Alle Mitglieder der DGA erhalten das JOURNAL FÜR REPRODUKTIONSMEDIZIN UND ENDOKRINOLOGIE.

In den letzten Jahren war die Etablierung der Andrologie in der ärztlichen Weiterbildung eines der wichtigsten Ziele. Nach langen Diskussionen mit den benachbarten wissenschaftlichen Gesellschaften und Berufsverbänden konnte Einigkeit über die Ausgestaltung der Weiterbildungsinhalte erzielt werden. Schließlich hat die Bundesärztekammer die "Andrologie" als Zusatzweiterbildung in die Musterweiterbildungsordnung durch Beschluss des Ärztetages 2003 aufgenommen. Diese Zusatzweiterbildung kann von Ärzten für Urologie, Dermatologie und Innere Medizin/Endokrinologie durch qualifizierte Ausbildung und abschließendes Examen erworben werden. Bis zum Ende des Jahres 2004 haben die Landesärztekammern die Musterweiterbildungsordnung umgesetzt. Die DGA steht den Landesärztekammern bei der Etablierung der Zusatzweiterbildung Andrologie beratend zur Verfügung. Nach Umsetzung der Musterweiterbildungsordnung auf der Ebene der Landesärztekammern wird die Rolle der DGA bei der Wahrung der Interessen der Andrologen in Praxis und Klinik weiter zunehmen. Ihre Verantwortung bei dem notwendigen Transfer von wissenschaftlichem Fortschritt in die klinische Versorgung von Patienten wird weiter wachsen. Durch die Einführung der Zusatzbezeichnung sieht sich die DGA in ihrer Rolle als Sammelbecken aller klinisch und wissenschaftlich tätigen Andrologen der verschiedenen Fachrichtungen bestärkt.

Den wachsenden Aufgaben der Andrologie in Forschung und Klinik hat die DGA durch eine am 11.9.2004 von der Mitgliederversammlung beschlossene Satzungsänderung Rechnung getragen. Der bis dahin nicht stimmberechtigte Beirat des vierköpfigen Vorstandes wurde aufgelöst und der Vorstand auf neun Mitglieder erweitert. Neben Präsident, Sekretär und Schatzmeister wurden je ein Vorstandsmitglied für Fort-/Weiterbildung und Qualitätssicherung, für Grundlagenforschung und für Medien sowie die Tagungspräsidenten des aktuellen und der beiden kommenden Jahrestagungen in den Vorstand aufgenommen. Die Amtsperioden wurden auf drei Jahre festgelegt, wobei jährlich drei Mitglieder neu gewählt werden, so dass die Arbeit des Vorstandes Kontinuität aufweisen kann.