7.1 Definition

Ein gemeinsames Vorkommen einer verminderten Anzahl (Oligozoospermie), einer verminderten Beweglichkeit (Asthenozoospermie) und einem vermehrten Anteil pathologischer Formen (Teratozoospermie) von Spermatozoen bezeichnet man als OAT-Syndrom. Die einzelnen Formen können auch isoliert als Einzelsyndrome vorkommen.

Die Bewertung des OAT-Syndroms hinsichtlich der Fertilitätschance ist willkürlich und im Einzelfall schlecht vorhersehbar.

Die in Tabelle 1 aufgeführte andrologische Begriffsbestimmung dient zur Klärung oft fälschlich angewandter Beurteilungen.

Tabelle 1: Andrologische Begriffsbestimmung (nach Eliasson)
fertil innerhalb der letzten 3 Monate bei einer Frau ein Kind gezeugt
infertil ohne Erfolg mehr als 12 Monate eine Konzeption in der Partnerschaft versucht
zeugungsunfähig Azoospermie
eingeschränkt zeugungsfähig zu wenig normal bewegliche und/oder normalgeformte Spermatozoen (OAT-Syndrom)
Vater mindestens ein Kind

Die ungenügende Kenntnis der reproduktionsphysiologischen Bedingungen spiegelt sich in der Unsicherheit bei der Beurteilung und der Behandlung des OAT-Syndroms wieder: